Lachsöl für Tiere (Hunde, Katze etc.)

Wirkung, Anwendung und Studien

Das Lachsöl hat sich inzwischen bei der Tiernahrung etabliert. Begonnen hat die Zugabe von Lachsöl bei den Anhängern der BARF Bewegung. Dies bezeichnet Tierhalter, die das Futter für ihre Haustiere selbst zubereiten. BARF hieß ursprünglich lyrisch „Born-again Raw Feeders“ (wiedergeborene Roh-Fütterer). Inzwischen hat man sich aber auf „Biologisch-artgerechte Roh-Fütterung“ geeinigt. Die BARF Bewegung hat sich ursprünglich von den häufig sehr minderwertigen Produkten der Tierfutter-Industrie absetzen wollen.

Diese sind bis heute häufig viel zu zuckerhaltig und bestehen im Wesentlichen aus unverkäuflichen Resten der Fleischverarbeitungsindustrie. BARFer legen dagegen größten Wert auf Qualität und darauf, dass sie genau wissen, was im Tierfutter enthalten ist. Der Trend zum Lachsöl ist jedoch inzwischen auch in der industriellen Herstellung von Tierfutter angekommen. Hochwertige Futtermittel werden heute schon ab Werk mit diesem gehaltvollen Zusatzstoff versetzt. Dieser ist dann auf der Verpackung vermerkt, so dass die Kunden sich gut orientieren können. Omega-3 bzw. Fisch- oder Lachsöl hat sich inzwischen vor allem bei Hundefutter, Katzenfutter und Pferdefutter etabliert.

Bei Tieren wird Lachsöl gezielt für den Fellwechsel eingesetzt. In dieser für die Haut und Haarproduktion sehr stressreichen Zeit ist die zusätzliche Vergabe von Lachsöl und seinen wertvollen Omega-3 Fettsäuren für die Tiere sehr hilfreich. Tierärzte empfehlen deshalb, zumindest bei diesen beiden Terminen im Jahr das Futter mit Lachsöl anzureichern. Es spricht aber auch nichts dagegen, das Futter ganzjährig mit Lachsöl zu veredeln. Der Preis ist mit 5 – 15 Euro pro Liter ausgesprochen niedrig. Für Menschen ist das billiger Tierfutter-Lachsöl jedoch nicht geeignet.

Wirkung von Lachsöl bei Tieren

Lachsöl bei Hautreizungen

Auch Tiere können unter Reizungen der Haut leiden. Diese können allergische Ursachen haben. Werden Tiere jedoch lange Zeit mit Industriefutter gefüttert, stammen diese Reizungen meistens von Mangelerscheinungen her. Die Zugabe von Lachsöl als Omega-3 Lieferant ist dann ein sehr schneller Weg, um diese Mangelerscheinungen wieder auszugleichen.

 

Lachsöl bei Allergien

Tiere, insbesondere Hunde, können auch Allergien gegen bestimmte Futterbestandteile entwickeln. Diese Allergien sind meist auf einen irritierten Stoffwechsel zurück zu führen. Das Hormon regulierende Wirkung von Lachsöl hilft dabei, diese Irritationen wieder ins Lot zu bekommen. Die Allergie kann dadurch wirksam bekämpft werden, so dass der Hund wieder ganzheitlich ernährt werden kann.

 

Lachsöl bei Entzündungen

Tiere können leider nicht sprechen. Der kundige und aufmerksame Tierhalter wird aber dennoch merken, wenn mit seinem Liebling etwas nicht stimmt. Das schließt auch die Entwicklung von Entzündungen mit ein. Lachsöl hat eine starke entzündungshemmende Wirkung. Es kann deshalb sehr gut im akuten Fall, besser jedoch auch als Prophylaxe dem Futter zugesetzt werden. Lachsöl hat dabei eine echte Breitband-Wirkung: Es ist sowohl bei Magen-Darm-Problemen, Erkrankungen der Atemwege oder bei Gelenkschmerzen verwendbar. Das Leiden älterer Tiere kann deshalb durch eine frühzeitige Anreicherung des Futters mit Lachsöl lange hinausgezögert oder sogar ganz vermieden werden. Das gilt vor allem für Hunde und Pferde.

 

Widerstandskraft stärken mit Lachsöl

Lachsöl ist ein gutes Zusatzmittel, um Hunde, Katzen und Pferde gesund durch die kalte Jahreszeit zu führen. Die kleineren Körper der Haustiere und der komplizierte wie sensible Verdauungsapparat der Pferde machen die Tiere vor allem in Herbst und Winter anfällig für Erkrankungen aller Art. Das geht weit über Erkältungen hinaus. Auch Koliken, Magen-Darm-Probleme und Hauterkrankungen sind bei Schnee und Eis schneller im Tier als im warmen Sommer. Lachsöl sollte deshalb spätestens ab Oktober verstärkt dem Futter zugesetzt werden. So baut das Tier eine gesunde Widerstandskraft auf, mit dem es den winterlichen Bedingungen trotzen kann.

 

Durchblutung fördern mit Lachsöl

Katzen haben häufig Probleme mit den Nieren. Pferde leiden häufig an Koliken, die sich bei den Tieren sogar in lebensbedrohliche Situationen ausarten können. Eine bessere Durchblutung ist bei jeder Erkrankung wichtig und für eine schnelle Genesung hilfreich. Lachsöl hat Blut verdünnende Eigenschaften, da es das Verkleben der Blutplättchen verhindert. Dünneres Blut fließt schneller und transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zuverlässiger durch die Organe. Auch Stoffwechselprodukte werden durch dünneres Blut schneller abtransportiert, was für eine schnelle Genesung ebenfalls wichtig ist. Das Besondere am Omega-3 ist dabei, dass es durch seinen hohen Anteil an HDL-Cholesterin in die Zellwände eindringen kann und den Zellaufbau damit fördert. Im Grunde hilft es eher dabei, die Rückstände des Zellwandaufbaus wieder abzutransportieren. Doch genau das ist für einen gesunden Stoffwechsel und gesunde Zellen besonders wichtig.

 

Lachsöl gegen Arterienverstopfung

Wie beim Menschen, wirkt Lachsöl mit seinem hohen Anteil an Omega-3 abtragend auf Ablagerungen von LDL-Cholesterin an den Innenwänden der Blutgefäße. Damit beugt es Herzerkrankungen vor und kann sogar eine Arteriosklerose im Anfangsstadium wieder vollständig abheilen. Die Tiere leben dadurch länger und gesünder.

 

Lachsöl bei Krebs

Tiere können leider ebenso wie Menschen an Krebs erkranken. Die Krebsarten bei Hunden und Katzen sind meistens sehr viel schneller und aggressiver als bei Menschen, so dass nur sehr wenig Zeit für eine Behandlung bleibt. Prophylaxe ist daher eher angezeigt. Laborversuche haben aber mittlerweile bewiesen, dass Omega-3 in hohen Dosen das Wachstum von Krebs bremsen kann. In der Krebstherapie bei Menschen wird Omega-3 bislang nur in der Nahrungsergänzung in der Nachsorge eingesetzt. Bei Tieren konnten jedoch schon einige gute Erfolge beobachtet werden, bei denen Omega-3 aus Lachsöl zur Krebsbehandlung im Akutfall eingesetzt wurde.

 

Lachsöl für bessere Gehirnleistung

Man kann mit der Zugabe von Lachsöl ins Futter einem Hund nicht das Lesen beibringen. Aber dennoch: Hunde sind intelligente Tiere, die mit Menschen ein sehr inniges Verhältnis mit einer weit reichenden, gegenseitigen Kommunikation eingehen können. Damit der Hund nicht nur gehorcht, sondern tiefgreifend die Reize seiner Umgebung aufnehmen und verarbeiten kann, ist eine vermehrte Intelligenz hilfreich. Darum ist es wichtig, dass schwangere Tiere reichlich Omega-3 zugesetzt bekommen. Die Föten saugen diesen Stoff praktisch aus dem Mutterleib heraus, da sie es dringend für die Entwicklung ihres Gehirns und ihrer Augen brauchen. Eine Zugabe von Omega-3 während der Schwangerschaft unterstützt deshalb nicht nur den heranwachsenden Fötus. Auch schützt es die Mutter vor Mangelerscheinungen. Nach der Geburt entwickeln sich Gehirn und Augen aber weiter. Die Zufütterung von Welpen und der Mutter während der Säugungsphase ist daher ebenfalls angezeigt.

Bei älteren Hunden konnte durch die Zufütterung von Lachsöl ebenfalls eine Verbesserung der Gehirnleistung festgestellt werden. Das betrifft vor allem die Lernfähigkeit und Erinnerungsfähigkeit.

 

Fruchtbarkeit und Lachsöl

Man hat inzwischen nachgewiesen, dass die Zugabe von Omega-3 die Fruchtbarkeit von Hündinnen signifikant verbessert. Das ist vor allem für den geplanten Zuchterfolg sehr wichtig. Auf Rüden hat es einen beruhigenden, Sexualtrieb regulierenden Effekt. Die Zeugungsfähigkeit der Rüden wird durch Lachsöl nicht beeinträchtigt.

Gesundes Fell durch Lachsöl

Katzen zeigen eine innere Erkrankung häufig durch Veränderungen am Fell. Vor allem bei Nieren- oder Lebererkrankungen sowie Zahnfäule wird das Fell der Katzen schnell stumpf und schmierig. Das Lachsöl hilft der Katze zu einer schnellen inneren Gesundung, wenn die äußere Ursache – beispielsweise ein fauler Zahn – abgestellt ist.

Wenn das Fell dann wieder glänzend, sauber und voll wird, hat das Omega-3 seine Wirkung erfolgreich bewiesen.

 

Lachsöl gegen das Eosinophiles Granulom

Das eosinophile Granulom ist eine Krankheit, von der vor allem junge Katzen betroffen sein können. Im Grunde ist es eine Hautkrankheit, die jedoch bis ins Maul vordringen kann. Weitere Symptome dieser Hauterkrankung ist ein quälender Juckreiz, Fieber oder Abgeschlagenheit. Ausgelöst werden kann das Eosinophiles Granulom durch Allergien gegen saugende Insekten. Neben Flöhen und Zecken sind vor allem die winzig kleinen Herbstgrasmilben für viele Katzen der blanke Horror. Die aktive Vergabe von Medikamenten ist hierbei meist unumgänglich, muss aber zwingend mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Darüber hinaus ist eine Anreicherung des Tierfutters durch Lachsöl sehr hilfreich. Es hilft dem Tier, die akute Entzündung schnell zu überwinden und ausheilen zu lassen. Da Katzen bekanntermaßen verrückt nach Fisch sind, ist das Anreichern der Katzennahrung durch Lachsöl in der Regel unproblematisch.

Quellenangabe

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